Ist Apple TV die Zukunft?

Apple hat in der vergangenen Woche ein neues bzw. erneuertes Produkt vorgestellt: Apple TV. Die handliche Box bringt im iTunes Store gekauften Content via Stream auf den Fernseher. Das Highlight am des Contents ist die Möglichkeit TV-Serien-Episoden zu mieten. 99 Cent/Episode ist der Preis, mit dem Apple die Massen bewegen will. Ist das die Zukunft?

Bei Audio-Content habe ich inzwischen dem physikalischem Medium abgeschworen – also der Musik-CD. Alle Singles, Alben, Audiobooks und ähnlichem sind auf MP3s auf meiner Festplatte. Bei Fotos dasselbe. Die dafür benötigte Speicherkapazität ist noch überschaubar. Damit sind die Backups auch recht einfach zu erstellen. Auch für Bücher würde ich dem Papier abschwören, wenn doch mehr Verlage ihre Produkte endlich im iBook-Store oder Amazon einen deutschen eBook Store anbieten würden. Aber bei Videocontent ist das nicht so einfach. Gerade HD Filme benötigen einiges mehr an Speicherplatz. Hier ist eine Streaminglösung vielleicht wirklich eine Alternative und vielleicht auch die Zukunft. Aber ich möchte Filme und TV-Serien nicht nur mieten. Ich will sie besitzen. Das kann ich auch bei Apple. Das hat aber ein paar Nachteile:

  • Kaufen nur am Mac, nicht am Apple-TV
  • Man kann die Titel nur einmal Downloaden – also ist man selber dafür verantwortlich diese dauerhaft zu sichern.
  • Apple bietet  eine maximale Auflösung von 720p an.
  • Preise sind sehr hoch.

Auch die Mietpreise sind, wenn ich mal bei den TV-Serien bleibe, nicht gerade günstig. Eine Staffel kostet so um die 24 Euro und ist nur begrenzt anschaubar. Eine DVD / Blu-ray-Box kostet ungefähr das selbe. Der Content ist in Deutschland meist parallel zur Erscheinung der DVDs erhältlich. Das ist in der Regel erst nach oder parallel zur TV-Ausstrahlug (bei TV-Serien). Das Argument mit der begrenzten Auflösung von 720p zieht auch hier.

Die Idee, den Content nur noch zu Streamen finde ich grundsätzlich sehr gut. Aber für 99 Cent/Episode will ich die Möglichkeit haben die Episoden unbegrenzt anzugucken. Hier stellen sich aber wohl die Filmstudios quer, die ja teilweise nichtmal von der aktuellen Lösung begeistert zu sein scheinen. Bis dahin bleibt dies ein Apple-Produkt, welches ich erstmal meiden werde. Streamen an meinen Fernseher kann ich meine Medien auch mit meiner PS3.

Wir sind Lena.

Unser Star für Berlin

In ein paar Stunden wissen wir, ob der nächste Grand Prix in Berlin ausgetragen wird. Lt. Google haben wir bereits gewonnen:

Die Rettung ist da!

Die Medienbranche ist nun auch in Deutschland gerettet. Das iPad wird ab heute ausgeliefert und liegt ab morgen auch bei uns in den Apple Stores. Puh. Dann kann BILD ja jetzt aufhören sich über die öffentlich Rechtlichen Sendeanstalten zu beschweren, denn im Gegensatz zu denen ist ja heute auch das nette Boulevardblättchen auf dem iPad erschienen (Von der befürchteten Tagesschau-App fehlt noch jede Spur).

Mit der iKosk App kann man sich nun nämlich sehr komfortabel zoombare(!!) PDFs von Springers Presseerzeugnissen aufs iPad abonnieren (BILD, Welt, Welt Kompakt, Welt am Sonntag, Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, AutoBild, SportBild, ComputerBild). Auch der SPEIEGEL, welcher in einem Artikel der aktuellen Ausgabe noch bemängelt, dass viele Verlage die Möglichkeiten des iPad nicht ausnutzen und einfach nur bereits vorhanden PDFs der bekannten Ausgaben in einen Reader packen, veröffentlichte nun seine iPad App. Bis auf die Tatsache, dass das Ganze natürlich entsprechend größer ist, ist sie genauso wie auf dem iPhone und nutzt ebenfalls keinerlei Möglichkeiten der Flunder aus. Für 3,99 EUR (19 Cent mehr als die Print Ausgabe) erhält man ebendiese auf dem iPad. Auch das Wirtschaftsmagazin brand eins macht es wie die anderen und veröffentlicht seine PDFs in einer eigenen App.

Der FOCUS verzichtet bis Dato komplett auf die Digitalisierung seines Wochenmagazins auf den Apple Computer. Stattdessen gibt es erstmal eine Focus-Online App, welche die Inhalte des eigenen Webportals, zugegeben recht ansprechend, auf das iPad bringt.

Aber es geht auch anders. Das hat erneut der Springer Verlag mit “Die Welt HD” gezeigt. Auch wenn es sich über die Inhalte streiten lässt, kann man mit dieser App (zur Zeit noch kostenlos) ansprechend wie eine Tageszeitung aufbereitete Artikel aus verschiedenen Ressorts ansehen. Die digitale Ausgabe der Welt wird mehrmals täglich aktualisiert. Einzig die Anzahl der Artikel ist hier noch etwas begrenzt (wenn auch nicht so schlimm wie bei Apples Vorzeige App, der New York Times).

Derselbe Verlag hat nun auch sein eigens für das iPad entwickelte Magazin veröffentlicht. THE ICONIST soll vier mal im Jahr erschienen und 4,99 EUR kosten. Was genau das Lifestyle-Magazin für eine Botschaft vermitteln will, ist mir aber noch nicht ganz schlüssig.

Es geht aber noch eine Stufe besser. Das hat amerikanische Technikmagazin WIRED hat eine iPad-App veröffentlicht, die zeigt, dass man das Gerät nicht nur als PDF Reader benutzen kann. Videos und Animationen sind perfekt in den Text integriert. Die Navigation ist intuitiv und sehr praktisch. Selbst erste Werbekunden nutzen diese Vorteile in den Anzeigen. Hier können die deutschen sich definitiv noch eine Scheibe von abschneiden.

Animation in einem Artikel der WIRED

Apple hat seinen Teil dazu beigetragen die Medienindustrie zu retten und das iPad veröffentlicht. Die Kunden tun ihren Teil und kaufen es wie blöd (Gerüchten zufolge 200.000 Stück am Tag). Jetzt müssen aber auch die Zeitungsleute ihren Teil dazu beitragen.